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Hormon- oder Chemotherapie?
Neue Studienergebnisse bei frühem Brustkrebs
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Grafik: Erich Lederer
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Brustkrebs ist die häufigste
Krebserkrankung in den Industriestaaten. In Deutschland schlägt der
Tumor jährlich bei fast 50.000 Frauen zu. Auch wenn es meistens Frauen
im Alter zwischen 50 und 70 trifft, so ist Brustkrebs schon vor den Wechseljahren
nicht selten.
Die internationale Forschungsgruppe zum Studium
von Brustkrebs (IBCSG) hat in der jüngsten Ausgabe der Fachzeitschrift
Journal
of the National Cancer Institute Ergebnisse einer Studie veröffentlicht,
die verschiedene Therapiemöglichkeiten bei jüngeren Frauen mit
Brustkrebs im Frühstadium untersucht. Danach hängt die beste
Behandlung von der Empfindlichkeit der Krebszellen
auf Hormone ab.
Mehr als dreissig Brustkrebszentren in Amerika, Afrika, Europa und Australien
operierten seit 1990 über tausend Frauen, die noch vor ihrer letzten
Regelblutung einen Tumor in ihrer Brust entwickelten. Bei ihnen wurde
er so frühzeitig erkannt, dass ihn die
Chirurgen herausschneiden konnten, ehe sich in den benachbarten Lymphknoten
Tochtergeschwulste bildeten. Aber auch bei der Früherkennung haben
die Frauen bessere Aussichten auf eine endgültige Heilung, wenn zur
Operation eine zusätzliche
Therapie mit Zellgiften - Zytostatika - oder Hormonen kommt, die
auch den letzten verstreuten Tumorzellen den Garaus macht.
Entsprechend der Natur der Tumorzellen führen verschiedene Wege zum
Ziel. Wo die Krebszellen einen so genannten Östrogen-Rezeptor auf
ihrer Oberfläche tragen und damit unter dem Einfluss von Hormonen
schneller wachsen, ist die Gabe von Goserilin genauso
erfolgreich wie eine Chemotherapie. Der Wirkstoff unterdrückt
die Funktion des Eierstocks und lässt damit kein Östrogen
an die Tumorzelle. Fehlt der Rezeptor auf den Tumorzellen, ist eine scharfe
Chemotherapie mit den Zytostatika Cyclophosphamid, Methotrexat und Fluorouracil
erfolgreicher als die Hormontherapie allein.
Nicht in dieser Studie berücksichtigt wurde die Therapie mit Tamoxifen,
ein Wirkstoff, der den Hormonrezeptor auf den entsprechenden Tumorzellen
blockiert. Jedoch sind die Chancen für "Frauen unter 35 mit Östrogen-Rezeptor
positiven Tumoren mit Tamoxifen oder Chemotherapie allein deutlich schlechter
als für ältere", so die Autoren des Artikels. "Daher müssen
wir bei jungen Patientinnen andere Behandlungsstrategien unter die Lupe
nehmen, wie zum Beispiel die Funktion des Eierstocks zu unterdrücken."
Die Ergebnisse dieser großen Studie der Forschergruppe sind damit
ein weiterer Schritt zu besseren Chancen für Frauen mit Brustkrebs.
Weitere Informationen:
Brustkrebs-Information
der Deutschen Krebshilfe
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