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"Ich fiel in tiefe, verzweifelte Hoffnungslosigkeit,
Unruhe und Angst. Rasende Gedanken plagten mich. Ich hatte große
Gleichgewichtsstörungen und große Mühe zu sprechen und
klar zu sehen", so beschreibt ein Betroffener die Phase der Depression,
die sich bei Menschen mit Bipolaren Störungen mit Stimmungsausschlägen
in die entgegengesetzte Richtung ablöst. Auch der Komponist Robert
Schuhmann litt zeitlebens an dem ständigen Auf- und Ab der Gefühle.
In den manischem Hochgefühl entstanden viele seiner berühmten
Musikstücke.
Denn der Optimismus kennt dann keine Grenzen
mehr, der Schlaf wird unwichtig. Ruhelos und voller
Tatendrang treibt es den Menschen in dieser Phase umher und schon
der geringste Anlass versetzt ihn in Aufregung oder gar Wut. Kurze Zeit
später scheint er sich dann vollkommen zu verändern: Derjenige,
den scheinbar nichts aus Bahn werfen konnte, sinkt vollkommen in sich
zusammen, redet von Hoffnungslosigkeit und
Selbstmord. Was sollte ihn noch interessieren in seinem Dahinvegetieren?
Für ihn gibt es keine Freude und keine Trauer mehr.
Bei einigen stellt sich dieser Höllentrip zwischen "himmelhoch
jauchzend" und "zu Tode betrübt" alle paar Monate
ein, bei anderen liegen Jahre dazwischen. Jeder Anfall wird - unbehandelt
- schlimmer als der vorherige: "Es war ein Amoklauf, bei dem ich
mich völlig erschöpfte und schließlich entwurzelt zurückblieb",
so beschreibt ein manisch Depressiver seine Erfahrungen.
Zwischen einem und fünf Prozent aller
Menschen machen irgendwann zwischen Erwachsenwerden und Lebensmitte einmal
eine manische Depression durch. Laut WHO sind bipolare Störungen
eine der zehn Krankheiten, die am häufigsten zu andauernden Behinderungen
führen. Dennoch gehören auch sie zu jenen Leiden, deren Entstehung
Forschern in aller Welt bisher ungelöste Rätsel aufgibt. Viele
von Ihnen sprechen von einer "Neurotransmitterstörung".
Jene Moleküle, die dafür sorgen, dass die Erregung einer Nervenzelle
auf die nächste überspringt, werden vom Körper nicht mehr
richtig produziert: Zu viel, zu wenig oder defekte Moleküle? All
das liegt noch im Dunkeln. Dass die Krankheit bei Mehrzahl der Betroffenen
aber öfter in der Familie auftritt,
spricht für einen entsprechenden Fehler in der Erbsubstanz.
Im Gehirn eines manisch Depressiven sieht der Neurologe kaum Unterschiede
zum Gesunden. Nur einige wenige kleine Gehirnregionen scheinen etwas kleiner
zu sein. Genau jenen, die im zentralen Nervenzentrum für die momentane
Stimmungslage zuständig sind, scheinen jedoch etliche Nervenzellen
zu fehlen.
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