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| Copyright:Erich Lederer |
Dass Lithium so gut wie kaum ein anderes Mittel gegen die Stimmungseruptionen
von "Bipolaren" wirkt, ist keine neue Erkenntnis. Schon 1949
führte der Arzt John Cade an der australischen Universität Melbourne
Versuche mit Meerschweinchen durch und beobachtete, dass Lithiumsalze
eine beruhigende Wirkung auf die Tiere hatten.
Auch bei Patienten mit extremen Stimmungshochs wirkte das Mittel ganz
ähnlich.
Die ersten klinischen Studien im Jahr 1954 wiesen nach, dass dieses kleine
Molekül hochwirksam ist. In den sechziger Jahren kam man auch darauf,
dass die Lithium-Metall-Ionen sowohl gegen manische
als auch gegen depressive Anfälle vorbeugen können.
'"Lithium kann Menschen über Jahrzehnte gesund erhalten",
so der Psychiater Dr. Richard Day von der schottischen Universität
Dundee, der von der Zuverlässigkeit dieser Behandlung überzeugt
ist.
"Nach etwa acht Tagen Aufenthalt in der Klinik, hellte sich meine
Stimmung deutlich auf und die Unruhe und Angst wich aus meinem Geist.
Irgendetwas Neues passierte mit mir! Ich war noch sehr unsicher und misstrauisch,
schöpfte aber auch wieder neue Hoffnung". so beschreibt ein
Lithiumpatient seine ersten Therapiewochen. "Das Leben, obwohl so
hart an der Grenze, ging weiter!"
Warum dennoch so viele Ärzte zögern, zum wirksamsten aller Medikamente
bei manischer Depression zu greifen, liegt auch im engen
Dosisbereich, in dem die Lithium wirkt, ohne gleichzeitig größeren
Schaden anzurichten. Ein bisschen zuviel, und der Patient setzt immer
mehr Körperspeck an, seine Hände beginnen zu zittern und nach
längerer Zeit streiken seine Nieren. Ein bisschenzu wenig, und Lithium
bleibt wirkungslos. Oft kann nur die gutausgerüstete Klinik die optimale
Dosis für den Patienten herausfinden.
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